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Jedes
Kind hat eine individuelle Sprachentwicklung. Kinder lernen unterschiedlich
schnell sprechen einige schließen ihre Sprachentwicklung schon mit
4 Jahren ab, andere erst mit 5 Jahren. Ist das Tempo auch individuell
verschieden, so erwirbt das Kind Laute und gramrnatikalische Formen
doch in einer bestimmten Reihenfolge.
Obwohl die Darstellung der Sprachentwicklung in einer tabellarischen
Alterszuordnung immer die Gefahr in sich birgt, der Eigenheit und
Besonderheit des einzelnen Kindes nicht gerecht zu werden, stelle
ich im folgenden normale und abweichende Daten der Sprachentwicklung
gegenüber, um Ihnen eine grobe Orientierung für die Einschätzung
der Sprachfähigkeit des Kindes zu ermöglichen.
| Normale Sprachentwicklung |
Abweichende
Sprachentwicklung |
| Am Ende des 1. Lebensjahres |
| Mit dem Schreien, dem Lallen, der Lautnachahmung (nana, dada)
und dem "Begreifen" und in den Mund stecken" der Dinge seiner
Umgebung bereitet sich das Kind auf die ersten Wörter vor. Das
Kind hält den Mund überwiegend geschlossen und schluckt seinen
Speichel hinunter. Es kann den Löffel gut ablecken. Mit Veränderung
seiner stimmlichen Äußerungen kann es seine Stimmungslage ausdrücken
mit 8-9 Monaten entwickelt sich ein beginnendes Sprachverständnis. |
Verstummt ein Kind im Alter von 7-8 Monaten,
kann dies auf eine Hörbehinderung hindeuten. Das Kind ahmt
die vorgemachten Laute nicht nach. Es steckt nichts oder nur
ungern etwas in den Mund. Es hält den Mund häufig geöffnet und
speichelt. |
| Am Ende des 1 1/2. Lebensjahres |
| Das Kind spricht die ersten Wörter (z. B. .wauwau" für Hund,
"an", "weg", .Auto}. Alles das gilt als Wort, auch
wenn die Aussprache andersartig ist, denn das Kind meint damit
etwas ganz Bestimmtes. Das Kind ahmt Tierlaute nach. Äußerungen
bestehen jetzt aus seinen ersten Wörtern, im Wechsel mit seinem
Lallen. Das Kind versteht vielmehr als es spricht |
Das Kind ahmt wenig nach -z. B. Tierlaute,
Silbenverdopplungen wie "ba-ba", "ta-ta". Es kaut
keine bzw. ungern feste Nahrung. Es versteht kleine Aufforderungen
nicht. |
| Am Ende des 2. Lebensjahres |
| Das Kind reiht zwei Wörter aneinander ("hautel putt" = Schaukel
kaputt), Zweiwort und Einwortsätze wechseln ab. Der Wortschatz
des Kindes, teils mit seinen eigenen Bezeichnungen, wächst sehr
schnell. Die Wörter werden lautlich vereinfacht gesprochen ("hate"
= Jacke). Folgende Konsonanten kommen vor: M, B, P, D, F, L,
N, T, W. Das Kind spricht die Bezugspersonen mit Namen an. Es
kann Wünsche und zurückliegende Erlebnisse mitteilen mit seinen
Möglichkeiten. Es kann Melodien nachahmen. Es versteht
viel mehr als es spricht. |
Das Kind spricht weniger als 20 "seiner"
Wörter ("wau-wau" = Hund oder "Bai" = Ball zählen als Wörter).
Das Kind verneint nicht mit dem Wort "nein". |
| Am Ende des 3. Lebensjahres |
| Das Kind lernt, Sätze aus 3-4 Wörtern mit kindgemäßer Grammatik
zu sprechen. Längere Wörter werden gekürzt, ("Eibahn" = Eisenbahn).
Viele Laute können ausgetauscht werden. Ca. 10 Laute gebraucht
das Kind aber richtig. Der Wortschatz umfasst auch schon viele
Tätigkeitswörter, z. B. schlafen, essen, trinken, spielen, laufen.
Das Kind ist sprechfreudig und fragt viel. Es spricht mit seinen
Puppen und Tieren. |
Das Kind spricht nur selten drei Wörter
hintereinander. Für Fremde ist die Aussprache der Laute unverständlich.
Das Kind benutzt nur sehr alltägliche Wörter. Es benutzt z.
B. .mein", "dein", "ich", "du", oder den eigenen Vornamen nicht
und lässt z. B. "der", "die", "das" "ein", "eine"
oft ganz weg. Das Kind stellt kaum Fragen wie "ist das
?" , "heißt du ?" . |
| Am Ende des 4. Lebensjahres |
| Das Kind lernt, längere Sätze aus bis zu 8 Wörtern zu bilden
und beginnt 2 kleine Sätze zu verbinden. Es kann ein Erlebnis
verständlich erzählen. Die Wortendungen können noch leichtere
Abweichungen aufweisen. Artikel (der, die, das) und Präpositionen
(auf, unter ...) werden selten noch verwechselt. Die meisten
Kinder können diese Laute sicher aussprechen: P, B, M, N, F,
W, L, D, T, BI, PI. Unsicher können sie noch bei 2 bis 3 schwieriger
auszusprechenden Lauten sein (z. B. R, K, Sch; "im Tindedaten
ist es sön". Welche Laute Kinder schon aussprechen können
und welche nicht, kann verschieden sein. Das Kind kennt schon
fast alle Dinge der Umgebung mit der richtigen Bezeichnung. |
Das Kind spricht mehr als 4 Laute nicht
richtig und/oder die Sätze sind kurz und unverbunden. Wörter
werden ausgelassen. Wörter wie "der", "die", "neben",
"unter" etc. und die korrekte Mehrzahl der Wörter benutzt das
Kind selten und/oder es benutzt ungenaue Bezeichnungen für die
Dinge der Umgebung. |
| Am Ende des 5. Lebensjahres |
| Im Laufe dieses Lebensjahres lernt das Kind alle Laute, auch
.S" und "Sch", richtig auszusprechen. Nur bei grammatikalisch
anspruchsvolleren Formen treten gelegentlich noch Unkorrektheiten
("geesst" = gegessen) auf. Das Kind kann Zusammenhänge im Bilderbuch
erkennen und beschreiben. |
Das Kind spricht außer den S-Lauten noch
einen oder mehrere Laute nicht richtig aus und/oder es stellt
die Wörter im Satz um und lässt kleine Wörter ganz aus, und/oder
es benutzt häufig unklare Beschreibungen. Das Kind erzählt Erlebnisse
lückenhaft und unzusammenhängend. |
| Am Ende des 6. Lebensjahres |
| Das Kind zeigt bei der Aussprache und beim Satzbau keine Auffälligkeiten
mehr. Bei der Bezeichnung und Beschreibung wird es immer genauer.
Es versteht Mehrdeutiges, wie z. B. Witze. |
Das .Kind zeigt noch Unsicherheiten bei
den S-Lauten oder anderen Lauten und/oder es verwendet kurze
Sätze und falsche grammatische Formen und/oder es drückt sich
umständlich und stokkend aus. |
Das von uns erstellte Faltblatt zu diesem Thema
können Sie jederzeit in unserer Praxis erhalten. |