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Wie spricht mein Kind ? Elterninformation zur Sprachentwicklung
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Birgit Lange

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Wann sollten Kinder vorsorglich untersucht werden ?

Jedes Kind hat eine individuelle Sprachentwicklung. Kinder lernen unterschiedlich schnell sprechen einige schließen ihre Sprachentwicklung schon mit 4 Jahren ab, andere erst mit 5 Jahren. Ist das Tempo auch individuell verschieden, so erwirbt das Kind Laute und gramrnatikalische Formen doch in einer bestimmten Reihenfolge.

Obwohl die Darstellung der Sprachentwicklung in einer tabellarischen Alterszuordnung immer die Gefahr in sich birgt, der Eigenheit und Besonderheit des einzelnen Kindes nicht gerecht zu werden, stelle ich im folgenden normale und abweichende Daten der Sprachentwicklung gegenüber, um Ihnen eine grobe Orientierung für die Einschätzung der Sprachfähigkeit des Kindes zu ermöglichen.

 

Normale Sprachentwicklung Abweichende Sprachentwicklung
Am Ende des 1. Lebensjahres
Mit dem Schreien, dem Lallen, der Lautnachahmung (nana, dada) und dem "Begreifen" und in den Mund stecken" der Dinge seiner Umgebung bereitet sich das Kind auf die ersten Wörter vor. Das Kind hält den Mund überwiegend geschlossen und schluckt seinen Speichel hinunter. Es kann den Löffel gut ablecken. Mit Veränderung seiner stimmlichen Äußerungen kann es seine Stimmungslage ausdrücken mit 8-9 Monaten entwickelt sich ein beginnendes Sprachverständnis. Verstummt ein Kind im Alter von 7-8 Monaten, kann dies auf eine Hörbehinderung hindeuten. Das Kind ahmt die vorgemachten Laute nicht nach. Es steckt nichts oder nur ungern etwas in den Mund. Es hält den Mund häufig geöffnet und speichelt.
Am Ende des 1 1/2. Lebensjahres
Das Kind spricht die ersten Wörter (z. B. .wauwau" für Hund, "an", "weg", .Auto}. Alles das gilt als Wort, auch wenn die Aussprache andersartig ist, denn das Kind meint damit etwas ganz Bestimmtes. Das Kind ahmt Tierlaute nach. Äußerungen bestehen jetzt aus seinen ersten Wörtern, im Wechsel mit seinem Lallen. Das Kind versteht vielmehr als es spricht Das Kind ahmt wenig nach -z. B. Tierlaute, Silbenverdopplungen wie "ba-ba", "ta-ta". Es kaut keine bzw. ungern feste Nahrung. Es versteht kleine Aufforderungen nicht.
Am Ende des 2. Lebensjahres
Das Kind reiht zwei Wörter aneinander ("hautel putt" = Schaukel kaputt), Zweiwort und Einwortsätze wechseln ab. Der Wortschatz des Kindes, teils mit seinen eigenen Bezeichnungen, wächst sehr schnell. Die Wörter werden lautlich vereinfacht gesprochen ("hate" = Jacke). Folgende Konsonanten kommen vor: M, B, P, D, F, L, N, T, W. Das Kind spricht die Bezugspersonen mit Namen an. Es kann Wünsche und zurückliegende Erlebnisse mitteilen mit seinen Möglichkeiten. Es kann Melodien nachahmen. Es versteht viel mehr als es spricht. Das Kind spricht weniger als 20 "seiner" Wörter ("wau-wau" = Hund oder "Bai" = Ball zählen als Wörter). Das Kind verneint nicht mit dem Wort "nein".
Am Ende des 3. Lebensjahres
Das Kind lernt, Sätze aus 3-4 Wörtern mit kindgemäßer Grammatik zu sprechen. Längere Wörter werden gekürzt, ("Eibahn" = Eisenbahn). Viele Laute können ausgetauscht werden. Ca. 10 Laute gebraucht das Kind aber richtig. Der Wortschatz umfasst auch schon viele Tätigkeitswörter, z. B. schlafen, essen, trinken, spielen, laufen. Das Kind ist sprechfreudig und fragt viel. Es spricht mit seinen Puppen und Tieren. Das Kind spricht nur selten drei Wörter hintereinander. Für Fremde ist die Aussprache der Laute unverständlich. Das Kind benutzt nur sehr alltägliche Wörter. Es benutzt z. B. .mein", "dein", "ich", "du", oder den eigenen Vornamen nicht und lässt z. B. "der", "die", "das" "ein", "eine" oft ganz weg. Das Kind stellt kaum Fragen wie "ist das ?" , "heißt du ?" .
Am Ende des 4. Lebensjahres
Das Kind lernt, längere Sätze aus bis zu 8 Wörtern zu bilden und beginnt 2 kleine Sätze zu verbinden. Es kann ein Erlebnis verständlich erzählen. Die Wortendungen können noch leichtere Abweichungen aufweisen. Artikel (der, die, das) und Präpositionen (auf, unter ...) werden selten noch verwechselt. Die meisten Kinder können diese Laute sicher aussprechen: P, B, M, N, F, W, L, D, T, BI, PI. Unsicher können sie noch bei 2 bis 3 schwieriger auszusprechenden Lauten sein (z. B. R, K, Sch; "im Tindedaten ist es sön". Welche Laute Kinder schon aussprechen können und welche nicht, kann verschieden sein. Das Kind kennt schon fast alle Dinge der Umgebung mit der richtigen Bezeichnung. Das Kind spricht mehr als 4 Laute nicht richtig und/oder die Sätze sind kurz und unverbunden. Wörter werden ausgelassen. Wörter wie "der", "die", "neben", "unter" etc. und die korrekte Mehrzahl der Wörter benutzt das Kind selten und/oder es benutzt ungenaue Bezeichnungen für die Dinge der Umgebung.
Am Ende des 5. Lebensjahres
Im Laufe dieses Lebensjahres lernt das Kind alle Laute, auch .S" und "Sch", richtig auszusprechen. Nur bei grammatikalisch anspruchsvolleren Formen treten gelegentlich noch Unkorrektheiten ("geesst" = gegessen) auf. Das Kind kann Zusammenhänge im Bilderbuch erkennen und beschreiben. Das Kind spricht außer den S-Lauten noch einen oder mehrere Laute nicht richtig aus und/oder es stellt die Wörter im Satz um und lässt kleine Wörter ganz aus, und/oder es benutzt häufig unklare Beschreibungen. Das Kind erzählt Erlebnisse lückenhaft und unzusammenhängend.
Am Ende des 6. Lebensjahres
Das Kind zeigt bei der Aussprache und beim Satzbau keine Auffälligkeiten mehr. Bei der Bezeichnung und Beschreibung wird es immer genauer. Es versteht Mehrdeutiges, wie z. B. Witze. Das .Kind zeigt noch Unsicherheiten bei den S-Lauten oder anderen Lauten und/oder es verwendet kurze Sätze und falsche grammatische Formen und/oder es drückt sich umständlich und stokkend aus.

 


Das von uns erstellte Faltblatt zu diesem Thema können Sie jederzeit in unserer Praxis erhalten.