Stottern ist eine Unterbrechung des natürlichen Redeflusses.
Es kann sich in Wiederholung oder Dehnung von Wörtern oder
Sätzen äußern oder in der Blockierung der Sprechwerkzeuge
(Zunge und Lippen). Stottern ist in verschiedenen Situationen unterschiedlich
stark ausgeprägt und weist eine Vielzahl von individuellen
Erscheinungsformen auf.
Beispiele :
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Wiederholung: "Ha-ha-hast Du
schon gesehen?" |
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Dehnung: "Ich haaabe ..." |
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Blockade: "Ggguten Tag" |
Therapie
In der Stottertherapie unterscheidet man drei große Therapierichtungen
bzw. -ansätze. Die sogenannte "Non-avoidance"-Therapie
(Charles van Riper), das in Amerika sehr populäre "fluency
shaping" sowie ein Therapiekonzept, das die Persönlichkeitsstärkung
des Patienten und die Akzeptanz des Stotterns in den Vordergrund
der Behandlung stellt.
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"Non-avoidance"-Therapie
"Non-avoidance" bedeutet "nicht vermeiden"
und beinhaltet den therapeutischen Grundsatz, dass das Stottern
nur dann wirksam durch Modifikationstechniken zu einem flüssigen,
lockeren Stottern verändert werden kann, wenn die Betroffenen
mit ihrer Symptomatik offen umgehen und typische Einstellungen
und Verhaltensweisen im Sinne des Nicht-Vermeidens verändern
lernen.
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"fluency shaping"
Der Ansatz des "fluency shaping" zielt auf ein flüssiges
Sprechen, indem das gesamte Sprechmuster des Betroffenen verändert
wird. Die Sprechflüssigkeit hat Priorität vor der
Akzeptanz des Stotterns.
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Persönlichkeitsstärkung des Patienten
Bei dieser Therapierichtung hingegen wird primär die
Akzeptanz des Stotterns angestrebt; der Klient soll unterstützt
werden, offen mit seinem Stottern umzugehen, das Thema Stottern
in seinem sozialen Umfeld zu enttabuisieren und die Angst
vor Kommunikationssituationen abzubauen.
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Da alle diese Therapieansätze ihre begründete Berechtigung
haben, findet man auch Konzepte zur Stottertherapie, die einzelne
Elemente der genannten Richtungen unter Berücksichtigung eines
einzelfallbezogenen Vorgehens integrieren (Integrative Therapie
nach Prüß).
Eine ganzheitliche Therapiegestaltung hat mehrere Ebenen des
Problemkreises Stottern zu berücksichtigen:
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die sprachbezogene Ebene bezieht
sich auf die sprechmotorischen Abläufe beim Stottern und
deren Veränderung |
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emotionale Aspekte meinen Gefühle
wie Angst und Scham |
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die kognitive Ebene umfasst das Selbstbild
des Klienten, seine Gedanken und Bewertungen |
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verhaltensbezogene, soziale Gesichtspunkte
beschäftigen sich mit dem möglichen Vermeidungsverhalten
oder sozialen Rückzug des Klienten |
Ziel der Behandlung des Stotterns ist demzufolge ein
selbstbewusster und angstfreier Umgang mit dem eigenen Stottern
sowie die genaue Analyse und schrittweise Veränderung des individuellen
Stotterverhaltens. Dabei wird ein möglichst kontrolliertes
und flüssiges Sprechen angestrebt. ·
Vor Beginn der Behandlung wird zunächst ein eingehendes
Diagnose- bzw. Informationsgespräch geführt. Der individuelle
Bedingungshintergrund des stotternden Menschen, Erwartungen des
Klienten sowie Möglichkeiten und Ziele der Therapie können
hier besprochen werden.
Beispiel :
Bei ausgeprägter Tendenz eines Klienten, Kommunikationssituationen
zu vermeiden und damit seine Angst vor dem Sprechen aufrechtzuerhalten,
könnte sich ein erster Baustein der Therapie wie folgt gestalten
:
| 1. |
Die Reduzierung von Angst geschieht durch einen konsequenten
Abbau des bisherigen Flucht- und Vermeideverhaltens. |
| 2. |
Nach einer Vorbereitungsphase, in der der Klient informiert
und motiviert wird, folgt die sogenannte Konfrontationstherapie.
Hier sucht der Klient mit Unterstützung und in Begleitung
des Therapeuten Kommunikationssituationen auf, die er aus Angst
vor dem Stottern oder den Reaktionen seiner Gesprächspartner
bislang möglichst vermieden hat. Dies kann beispielsweise
in Form von Telefontraining oder auch in realen Lebenssituationen
("in vivo") wie zum Beispiel beim Einkaufen geschehen.
Die Konfrontationstherapie hat sich als außerordentlich
effizient beim Abbau von angstmotiviertem Vermeideverhalten
erwiesen. |
| 3. |
Der eigentlichen Modifikation des Stotterns geht im allgemeinen
eine intensive Analyse bzw. Identifikation des eigenen
Stotterverhaltens voraus. Mit Hilfe von Tonband- und Videoaufnahmen
wird die Selbstwahrnehmung des Klienten gefördert,
so dass er zunehmend in die Lage versetzt wird, sein Stottern
willentlich zu beeinflussen. Dies geschieht im weiteren Verlauf
der Therapie durch die Erarbeitung von sogenannten Stotterkontrollierungs-
bzw. Sprechkontrollierungstechniken. |
| 4. |
Zum Erfolg einer Therapie trägt schließlich ganz
wesentlich die Transferleistung des Klienten bei, d.h. die Umsetzung
der erarbeiteten Inhalte in den Alltag. |
STOTTERER-SELBSTHILFE KÖLN e. V.
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| Kontakt- und Beratungsstelle für Stotterer, ihre Angehörigen
und Freunde |
Kasparstraße 4
50670 Köln |
| Telefon : (0221) 724375 |
Treffen:
Gruppenabende der Stotterer-Selbsthilfegruppe
Di 19.30 - 21.30 Uhr
"Quäkernachbarschaftsheim "
Altentagesstätte |
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