Home Das Praxisteam Hier sind wir ! Störungsbilder und Therapien Kontaktadressen Aktuelles Kontakt
Wie spricht mein Kind ? Elterninformation zur Sprachentwicklung
Der Sprachbaum Wann sollen Kinder vorsorglich untersucht werden Sprachliche Förderung Ursachen Wegweiser für Eltern und Angehörige

Birgit Lange

Aktuelle
Informationen
Für Eltern von ein- bis zweijährigen Risikokindern
Sprachförderung ab dem 12. Lebensmonat
Sprachförderung ab dem 24. Lebensmonat

Störungsbilder und Thearpien
Sprachstörungen
Sprechstörungen
Stimmstörungen
Schluckstörungen
Handanweisungen für Eltern von ein- bis zweijährigen Risikokindern

Autorin: Dr. Ute Ritterfeld, Universität Magdeburg

Durch das Ende letzten Jahres vorgelegte Screening-Instrument ELFRA (Grimm & Doil, 2000) besteht erstmals die Möglichkeit, sprachliche Risikokinder bereits im Alter von 12 Monaten zu erfassen (ELFRA I). Mit 24 Monaten kann durch eine weitere Testung (ELFRA 2) die anfängliche Risikodiagnose überprüft werden.

Unterschreiten die vorsprachlichen und sprachlichen Fähigkeiten beim ELFRA 1 einen kritischen Grenzwert, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Kind Sprache nicht nur langsamer erwirbt als die meisten anderen Kinder, sondern eine spezifische Sprachstörung ausgebildet wird. Diese Wahrscheinlichkeit steigt nochmals deutlich an, wenn der kritische Grenzwert auch beim ELFRA 2 unterschritten wird. Die prognostische Validität von ELFRA 2 ist unstrittig: Die Sprachkompetenz des Kindes mit drei Jahren lässt sich aufgrund der Testergebnisse recht gut vorhersagen.

Der bedeutsamste Indikator für eine spezifische Spracherwerbsstörung ist der produktive Wortschatz - und nicht etwa das Sprachverständnis, wie oft vermutet wird. Der Wortschatz ist jedoch nicht nur für den Experten ein wichtiges Indiz, sondern auch für die Eltern. Sie vergleichen die Sprachproduktion ihres Kindes mit den Äußerungen anderer, gleich alter Kinder und gewinnen darüber Informationen über eine regelhafte oder besorgniserregende Entwicklung. Eine vom Kinderarzt gestellte Risikodiagnose wird deshalb kaum überraschen, sondern meist eine Ahnung der Eltern bestätigen.

Die Sorge um ihr Kind kann die Eltern erheblich verunsichern. Es werden Fragen danach aufgeworfen, ob sie ihr Kind sprachlich zu wenig angeregt haben und in welcher Weise sie es besser unterstützen könnten. Um den Eltern Unsicherheit zu nehmen und ihnen gleichzeitig einen Interaktionsstil nahe zu legen, der für ihr sprachlich zurückgebliebenes Kind maximal hilfreich ist, wurden zwei Elternmerkblätter zur Sprachförderung entwickelt. Das erste Elternmerkblatt richtet sich an die Eltern derjenigen Kinder, die bei der U6 als Risikokinder identifiziert wurden. Das zweite Merkblatt ist für die Eltern der 24 Monate alten Risikokinder, also nach der U7 gedacht. Beide Merkblätter sind leicht verständlich und so konzipiert, dass sie zu den wesentlichen Sprachförderstrategien ermuntern.

Der Kinderarzt sollte den betroffenen Eltern die beiden Handanweisungen aushändigen. Selbstverständlich sind sie kein Ersatz für eine entwicklungsproximale sprachliche Intervention beim Kind oder eine gezielte Anleitung der Eltern, die beide notwendig werden, sobald sich der Verdacht einer spezifischen Spracherwerbsstörung verfestigt hat. Doch kann mit ihnen die (Warte )Zeit zwischen den beiden Screening-Testungen (Sprachförderung nach der U6) und vor Beginn einer Intervention (Sprachförderung nach der U7) konstruktiv im Sinne der Sprachförderung genutzt werden.


Das von uns erstellte Faltblatt zu diesem Thema können Sie jederzeit in unserer Praxis erhalten.