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Patienten fühlen sich oft mißverstanden, sprachlich
überfordert oder zu fürsorglich behandelt. Angehörige
wissen oft nicht, was eine Aphasie ist und wie sich die Sprachstörung
im Alltag auswirkt. Sie müssen über individuelle
Merkmale und den Schweregrad der sprachlichen Beeinträchtigung
informiert werden, und es müssen Hinweise gegeben werden,
wie sie mit dem Aphasiker umgehen können.
Evtl. sind auch Beratungsgespräche für sonstige
Nahestehende des Patienten nötig.
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| a ) Warnzeichen eines Schlaganfalls |
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plötzlich einsetzender Schwindel
mit Gangunsicherheit |
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halbseitige Lähmungserscheinungen
und / oder Taubheitsgefühle auf einer Körperseite |
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herabhängender Mundwinkel |
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Sehstörungen ( z. B. Sehen
von Doppelbildern oder Assoziationsbilder) mit plötzlichem
kurzzeitigen Erblinden eines Auges |
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Verlust eines Gesichtsfeldes |
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erstmalig und plötzlich auftretende
sehr heftige Kopfschmerzen |
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Sprach- und Sehstörungen |
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| b ) Umgang mit Aphasikern im Gespräch
/ Tipps für Angehörige |
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Der Angehörige muß sich klar machen, dass er dem
"Erkrankten" die verlorenen Fähigkeiten nicht
ersetzen kann. Er sollte bei seiner Hilfeleistung darauf achten,
daß er eine Überbehütung vermeidet.
Viele Betroffene wollen das, was sie selbst erledigen können
auch selbständig tun ( auch wenn es mühsam ist und
länger dauert ). Der Angehörige braucht Geduld und
Einfühlungsvermögen, um nicht zu früh
einzugreifen.
Der Angehörige sollte nicht auf seine eigenen Interessen
und Bedürfnisse verzichten. Die Belastung der Angehörigen
kann sonst zuweilen zu groß werden.
Kommunikationsregeln
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in kurzen, einfachen Sätzen
sprechen |
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ein langsames Sprechtempo verwenden |
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nicht schreien, der Aphasiker
hat in der Regel ein intaktes Gehör ! |
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beim Sprechen Blickkontakt
halten |
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verstärkt Gestik u. Mimik
einsetzen |
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Gespräche in einer Gruppe
überfordern den Aphasiker |
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nicht in seinem Beisein mit anderen
über den Aphasiker sprechen, ohne ihn dabei miteinzubeziehen |
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Mit dem Herzen hören
!" d.h., darauf achten, ob die Absicht des Aphasikers
verstanden wurde
( der Inhalt ist wichtiger als die sprachlich richtige
Form ! ) |
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den Aphasiker nicht ständig
verbessern |
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offene oder Alternativ-Fragen ( mit
"oder" ) vermeiden, besser : Ja / Nein-Fragen
verwenden |
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den Aphasiker nicht dazu auffordern,
vor anderen Personen seine spachlichen Leistungen bzw.
Fortschritte zu demonstrIeren |
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den Aphasiker auf jede erdenkliche
Weise zum Sprechen anregen |
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beim Gespräch evtl. Hintergrundgeräusche
durch Fernsehen oder Radio vermeiden! ausblenden |
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verstärkt Kommunikation mit
Bildern einsetzen
z. B. Hilfe durch d. Kornmunikationsbuch
"LOGICON" von Spitzer / Sprengelmeyer, Verlag
Prolog,
120,-DM, Kosten werden von der Krankenkasse übernornmen
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bei Wortfindungsproblemen Wortanlaufhilfen
geben |
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längere Pausen abwarten,
den Aphasiker nicht unterbrechen oder ins Wort fallen" |
Tipps für Angehörige bei häuslichen Sprachübungen
mit dem Aphasiker
| Übung |
richtig |
falsch |
| Wortfindung |
Vorsprechen
des ersten Buchstaben oder der ersten Silbe |
Wörter
ständig nur vor und nachsprechen lassen |
| Redensarten
verwenden, um auf das gesuchte Wort zu kommen |
schulisches
Einpauken einzelner Wörter mit der Floskel "das
ist ein..." |
| => das
Wort soll immer am Ende stehen |
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Sprachverständnis-
störung
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verstärkt
Mimik und Gesten einsetzen |
Sprechen
im Telegrammstil |
| Bilder
von Gegenständen verwenden |
Kleinkindersprache verwenden
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| Schreiben und Lesen |
mit Druckbuchstaben
beginnen
( Druckschrift ) |
Schreiben
in nur großen Buchstaben ( unnatürlich ) |
| aus einzelnen
Buchstaben ein Wort zusammenIegen |
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| c ) Umgang mit der gelähmten Körperhälfte
im Alltag |
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Bewegungen : Aktivitäten
bewusst über die gelähmte Seite ausführen
lassen |
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die beeinträchtigte Körperhälfte
soll an der offenen Bettseite sein |
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Gesprächspartner sollten - wenn
möglich - Ansprache oder Blickkontakt zu dem
Aphasiker immer über die betroffene Seite wählen
( d. h., sich bei rechtsgelähmter Körperhälfte
auch immer rechts neben d. Aphasiker setzen ! ) |
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Achtung: das Verletzungsrisiko
auf der schwächeren Seite ist durch eingeschränkte
Wahrnehmungsfähigkeit oder Ausfälle besonders
hoch. Der Aphasiker selbst kann die daraus entstehenden
Gefahren meistens nur unzureichend abschätzen |
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bei längerem Sitzen / Liegen
regelmäßig die Sitz- oder Liegeposition
verändern, da sonst schmerzhafte Druckstellen entstehen |
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auf eine gute Körperhaltung
im Rollstuhl achten ( Stützkissen verwenden
) |
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den gelähmten Arm oder die
Hand besonders sorgfältig lagern |
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| d ) Psychologische Aspekte |
Akutstadium
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Ruhe und Zuversicht ausstrahlen |
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geduldig zuhören, wenn
Patient über Ängste u. Befürchtungen reden
möchte |
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keine Panikstimmung verbreiten |
Folgestadium
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die Krankheit als Herausforderung
verstehen, dem Patienten das Gefühl geben, dass er
auch weiterhin wichtig fiir die FamiIie ist und gebraucht
wird |
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Geduld aufbringen bei Vergesslichkeit,
Konzentrationsstörungen und Nachlassen der Aufmerksamkeit |
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dem Patienten auch weiterhin Zuversicht
vermitteln und durch kleine Erfolgserlebnisse bei
den täglichen Übungen Optimismus geben |
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sich als Betreuungsperson zunehmend
auch Erholungszeiten und eigenen Freiraum schaffen |
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